Sonntag, 3. Juni 2012

Wenn Dein Körper nicht so ist, wie der von anderen

Über den Umgang mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen

 
 

Daniel Stricker, Pixelio

Etwas nicht zu können ist keine Ausrede nichts zu können      oder

Was Du mit dem Rest Deines Lebens machst, ist Deine Sache

Ist Dein Körper nicht so, wie der von anderen? Ist er nicht so, wie er sein sollte? Funktioniert er einfach nicht richtig? Fehlt etwas daran? Kannst Du grundlegende Dinge mit Deinem Körper nicht machen, die andere wie selbstverständlich können? Oder sind es nur kleinere Probleme, die Dich aber total unglücklich machen?
 
Es gibt viele verschiedene Wege mit einem solchen Schicksal um zu gehen. Vielleicht bist du schon von Geburt an so. Vielleicht kam das Schicksal erst später auf Dich zu. Ein solcher Einschnitt im Leben muss ‚gewürdigt’ und verarbeitet werden. Dazu gehört das schonungslose aber liebevolle Sich-klar-Machen der Ist-Situation. Und dazu gehört eine Trauerphase. Die muss jedem zugestanden werden. Wer die übergeht, schleppt die Trauer, die Wut oder möglicher Weise auch den Hass, oft ein Leben lang als Schatten mit sich herum. Und solche Schatten beeinflussen das ganze Leben. Unbemerkt und i.d.R. nicht positiv. Sie bestimmen Dich, ohne dass du es merkst. Sie vergiften Dich und Dein Leben. Manchmal richten Sie mehr Schaden an, als Deine‚Behinderung’ selbst.
 
Doch irgendwann musst Du raus aus dieser Trauerphase. Raus aus der Depression. Manche Therapeuten behandeln Menschen mit einem solchen Schicksal jahrelang. Jahrelang wird die Opferrolle gepflegt; „der Schmerzkörper wird genährt“, wie E.Tolle es ausdrücken würde. Das führt Dich nicht weiter. Es führt Dich abwärts, nicht aufwährts.

 
Deine einzige Chance ist es die Opferrolle aufzugeben und die Verantwortung für Dich selbst zu übernehmen. Egal, ob der Autofahrer, der Dich über den Haufen fuhr Schuld hatte und nicht gezahlt hat, egal was Deine Eltern alles getan oder nicht getan haben, egal ob Gott, das Leben oder sonstwer unfair ist; egal. Schließe Frieden mit dem Ist und mach das Beste daraus. Lass los, lass das alles hinter Dir. 'Werde die beste Version von Dir selbst’, um es wie Sebastian Gronbach aus zu drücken.
 
Es ist egal, was andere können, es ist egal was normal ist. Es ist einzig und allein wichtig, was Du kannst. Und Du kannst mehr. Mehr als Du jetzt vermutlich denkst. Dieses Mehr befindet sich allerdings außerhalb Deiner Komfortzone. Du musst also etwas tun. Dein Körper ist Dein Transportvehikel für Deinen Geist und Deine Seele. Und Dein Körper ist so angelegt, dass er bewegt werden will. Ja sogar muss. Sonst baut er ab. Und dann hast Du in 5 Jahren noch weniger, als Du jetzt schon hast.
 
Also, wenn Du gehen kannst, dann geh. Aber geh jeden Tag und einwenig weiter und/oder schneller, als Du es normaler Weise tun würdest. Steigere Dich langsam. Vielleicht musst Du Dir professionelle Hilfe holen, um die Gradwanderung zwischen Forderung und Überforderung zu meistern. Sitzt Du im Rollstuhl, dann rolle. Vielleicht mit einem Rollybike. Hast Du einen Schlaganfall erlitten, dann bewege das, was eben noch geht. Und bewege den Rest Deines Körpers im Geist (das hilft tatsächlich bei der Regeneration in den gelähmten Bereichen. Hat eine Studie bewiesen). Wenn Du ganz flach liegst, dann mach es wie Dr. med U. Strunz nach seinem Umfall: Mache einmal in der Stunde eben das Bisschen, was noch geht.
 
Vielleicht kann die Änderung des Blickwinkels auf Deinen Körper auch einiges bewirken: Hast Du Dich schon mal gefragt, wie viel Prozent Deines Körpers nicht funktionieren? Sind es 5, 10 oder 20%? Richtest Du all Deine Aufmerksamkeit auf den Anteil der nicht funktioniert oder krank ist und kämpfst dagegen an? Oder kümmerst Du Dich liebevoll um den gesunden Rest?
 
 
Nicola Hirsch, Medizinjournalistin, Heilpraktikerin Bonn
www.integrale-heil-und-lebenspraxis.com
__________________________________
Weitere Literatur z.B.

  • Ein Leben am Limit (sehr beeindruckend)http://www.youtube.com/watch?v=LNDsqwm4EMI
  • Byron Katie: The Work (Sehr amerikanisch. Nicht mein Stil – aber viele spricht es an)
  • E. Tolle: Jetzt (Macht Deinem Ego den Garaus – Vorsicht! ;-) )
  • Sebastian Gronbach: Missionen (Mein ‚persönlicher Mantra-Lieferant’. Einwenig Interesse für Anthroposophie solltest Du für dieses Buch aber mitbringen)
  • http://missionmensch.blogspot.com/
  • Ulrich Strunz: Das Muskelbuch (Quadrant oben rechts – dennoch schön, da es eine gute Zusammenfassung des sportmedizinischen Standes gibt und sehr bewegungsmotivierend ist)
  • Rudolf Steiner: Die Philosophie der Freiheit (der Text ist über 100 Jahre alt. Aber die Mühen beim Lesen lohnen sich)
  • · Und unzählige mehr….

_______________________________________________________

Zunächst veröffentlicht auf facebook
von Integrale Heil- und LebensPraxis, Samstag, 5. März 2011 um 19:09 ·

Autor: Nicola Hirsch bei Google Plus,

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen