Dienstag, 5. Juni 2012

Eine kleine Einführung in Meditation





Was ist Meditation?

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Meditation. Alle haben aber im Wesentlichen das Ziel, z.B. über die Verbindung mit der Stille, Körper und Geist zur Ruhe zu bringen. Der direkte Effekt von Meditation ist somit, zur Ruhe zu kommen, Abstand zu gewinnen und damit dem Alltagsstress entgegenzuwirken. Medizinisch hat die Meditation damit auch tatsächlich die Effekte, Blutdruck und Stresshormonausschüttung zu senken und die Gehirnwellen in Richtung Beruhigung zu verändern. Und das bei regelmäßiger Übung auch langfristig.
Darüberhinausgehend hat die Meditation auch spirituelle Aspekte, sofern man sich dem öffnen möchte. Über alle Formen von Religion hinausgehend fördert Meditation ein Eintauchen in die Stille und ein Überschreiten der „Ich-Grenzen“: Stille war, bevor es die Welt und das Universum gab, Stille wird sein, wenn das alles einmal vergangen sein wird. Stille ist die Konstante in unserem Leben. Aber dieser Stille wohnt ein kreativer bzw. evolutionärer Impuls inne. Nämlich der, aus dem alles geschaffen ist. Meditation ist ein Weg, daran Anteil zu haben. Regelmäßige Meditation macht uns also nicht nur ruhiger, sondern auch kreativer.


Arten von Meditationen

Meditation ist Teil fast aller Kulturen, und daher gibt es sehr viele Wege zu meditieren. Für den Meditationsübenden ist das von großem Vorteil, denn nicht jeder kann jede Meditation gleich gut.

Zum einen ist Meditieren so, wie einen Muskel zu trainieren. Der Muskel muss erst wachsen und an Kraft gewinnen. Es ist also noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Zum anderen hat jeder Mensch bestimmte Zugänge, die ihm leichter fallen. Der eine ist ein Mensch, der in Bildern lebt und daher Meditationen mit Bildern oder "Bilderreisen" gut folgen kann. Ein anderer hat seinen Zugang eher über den Verstand – hier wären Zahlenmeditationen der Zugangsweg, ein anderer ist vielleicht eher über Klänge zu erreichen. In solch einem Fall ist der Einsatz von Musik oder Klangschalen besonders vorteilhaft. Neben den stillen Meditationen gibt es dann noch Bewegungsmeditationen, wie z.B. die Gehmeditation aus dem Zen, das Gärtnern in den Klöstern oder die Dynamische Meditation nach Osho und noch viele weitere.
Im engeren Sinne wird vieles als Meditation bezeichnet, was nicht wirklich Meditation ist. Dazu gehören zum Beispiel Visualisierungen und Phantasiereisen, die zwar meditative Übungen sind, jedoch den Kern der Meditation im strengen Sinne nicht treffen. Trotzdem haben diese ihren Wert und sind bei vielen Teil der regelmäßigen Meditationspraxis.


Was Meditation bedeutet
  • gegenwärtig, im Hier und Jetzt zu sein - als Beobachter, stiller Zeuge, ohne Bewertung des Geschehens
  • einfach da zu sein - ohne Ziele, Absichten und Aufgaben, etwas tun zu müssen.
  • den ständigen Strom der Gedanken zur Ruhe zu kommen lassen
  • Achtsamkeit und Bewusstheit für den Alltag zu üben.
  • anzunehmen, was im Augenblick ist
  • das Konzept des ‚Ich‘ zu überschreiten und damit Stille, Leere, Freiheit, Weite, Sein und Frieden zu erfahren
  • zu üben, Empfindungen, Gefühle und Gedanken bewusst wahrzunehmen
  • in der Stille sich zu öffnen für einen Bewusstseinsraum des Nichtdenkens und Nichtwissens und dadurch in Kontakt zu kommen mit den Kräften der Intuition, Inspiration und Kreativität ( Anm. Dieser Bewusstseinsraum wird auch transpersonal oder Überbewusstes genant )


Wie sollte man am besten meditieren?
Die wesentlichen Grundlagen für Meditation sind:
  • aufrecht auf Kissen, Bänkchen oder Stuhl mit gerader Wirbelsäule sitzen. Wer jedoch Probleme mit dem Rücken oder den Knien hat, kann genauso gut auch liegen. Nur sollte gewährleistet sein, dass man beim Meditieren dann nicht einschläft.
  • den Körper möglichst nicht bewegen – es sei denn, man macht eine Bewegungsmeditation
  • in der Regel die Aufmerksamkeit auf den eigenen Atem richten.
  • beim Bewusstwerden von Gedanken immer wieder zur Wahrnehmung des Atmens zurückkehren. Es macht nichts abzuschweifen. Aber immer, wenn man merkt, dass man abgeschweift ist, sollte man einfach wieder in die Meditation zurückkehren. Der Weg ist auch schon Teil des Zieles…

Wozu führt regelmäßige Meditation?

Wer regelmäßig meditiert,
  • lebt mehr in der Gegenwart, im Jetzt, anstatt durch zwanghaftes Denken überwiegend in der Vergangenheit bzw. Zukunft zu sein
  • erhält Kraft und Energie aus dem Kontakt mit dem Jetzt
  • wird mit mehr Vertrauen und Gelassenheit den Herausforderungen des Alltags begegnen können
  • wird mit mehr Bewusstheit Entscheidungen treffen und handeln
  • wird nicht nur aus dem Verstand heraus handeln, sondern auch intuitiv erkennen, was richtig und stimmig ist (innere Stimme, inneres ‚Wissen‘)
  • lebt gesünder und mit mehr Freude, weil die Wahrnehmung des augenblicklichen Geschehens durch unsere Sinnesorgane das Genießen der vielen schönen Dinge im Leben steigert oder sogar erst möglich macht
  • kann erfahren, dass es kein 'ich bin dies oder das' mehr gibt, sondern nur noch ein ICH BIN




Was kann man mit Meditation nicht machen?

Man kann mit Meditation alleine vorhandene Probleme nicht lösen. Im Gegenteil. Ein Problem weg zu meditieren zu versuchen, führt zur Abspaltung der zugehörigen Gefühle, die zur Lösung des Problems aber unabdingbar sind. Abgespaltene Gefühle werden zu unseren ‚Schatten‘ und damit sind sie einer Problemlösung nicht mehr zugänglich. Unsere Schatten bestimmen unser Denken, Fühlen, Wollen und Handeln jedoch in ganz erheblichem Maße.

Ein Beispiel:
Dein Chef benimmt sich Dir gegenüber respektlos. Du empfindest Ärger. Bist Du geübt in der Meditation, kannst du es schaffen, diesen Ärger nicht nur in der Meditation aus dem Bewusstsein zu löschen, es wird Dir irgendwann auch im Alltag gelingen. Dein Ärger, so wie die darunterliegenden Gefühle sind Dir nun nicht mehr bewusst. Irgendwann wirst du auch nicht nur nicht mehr wahrnehmen, dass Dich Dein Chef ärgert, Du wirst auch anderen Ärger nicht mehr bewusst wahrnehmen. Er ist jedoch nach wie vor da. Er zeigt sich dann z.B. in einem erhöhten Blutdruck.

Dennoch kann die Meditation ein Helfer bei der Lösung eines Problems sein. Dazu ist jedoch die vollständige Annahme eines Problems und der zugehörigen Gefühle notwendig. Beispielsweise indem Du wahrnimmst, dass Dein Chef Dich nicht nur ärgert, vielleicht verletzt es dich auch. Dies gilt es zu bearbeiten (Warum verletzt mich das? Was steht für mich dahinter? Woran erinnert mich dieses Gefühl…? Muss ich die Verhaltensweisen meines Chefs persönlich nehmen? …) In der Annahme und Würdigung unserer Gefühle, begleitet von praktischen Lösungsansätzen im Alltag, liegt der Schlüssel zur Auflösung. Begleitend kann dann hierbei die Meditation helfen, ein Problem zu transzendieren.


Regelmäßiges Üben von Meditation

Die positiven Effekte der Meditation stellen sich leider erst ein, wenn man das Meditieren regelmäßig übt. Schafft man es in einer ruhigen Lebenssituation zu meditieren, wird es einem aber immer öfter gelingen, auch mitten im Stress in die Ruhe zu kommen. Das erfordert jedoch einige Übung. Direkte Effekte lassen sich aber auch schon nach wenigen Meditationsübungen bemerken. Z.B. die Fähigkeit, sich in der Stresssituation einmal über ‚das Zeugenbewusstsein‘ zu betrachten und damit vielleicht schon recht schnell aus dem Hamsterrad aussteigen zu können.

Nicola Hirsch, Medizinjournalistin, Heilpraktikerin Bonn

Meditation kann in Bonn z.B. jeden 1. und 3. Dienstag um 20 Uhr in der Integralen Heil- und LebensPraxis geübt werden.




 

 

'Meditation für alle' unterstützt publicmeditation.de. Dank an Sebastian Gronbach und MissionMensch.



1 Kommentar:

  1. Hi, wir hatten in unserer Firma im Rahmen von Betriebliche Gesundheitsförderung
    Psychologen im Haus, die uns die Auswirkungen von Stress erklärt haben. Stress ist einer der Hauptgründe für zum Beispiel Rückenschmerzen
    . Sehr interessant.Meditieren soll auch sehr gut entspannen

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